260906 – So schlimm wie befürchtet
Man hofft ja doch immer bis zum Schluss. Ich bin Optimist genug. Auch bei Trumps Wiederwahl hatte ich bis zum Wahltag die Hoffnung, dass sich die Wähler:innen eines Besseren besinnen. Und auch in Sachsen-Anhalt war die Erwartung da, dass sich die Leute damit begnügen, dass der große Rest Deutschlands wie aufgescheuchte Hühner wild mit den Demokratieflügeln flattert. Aber hier wie dort: es kam so schlimm wie befürchtet. Eigentlich sogar noch ein wenig schlimmer.
43,8 Prozent der Wählenden in SA (so darf man das Bundesland jetzt abkürzen) haben der NSDAP-Nachfolgepartei ihre Stimme gegeben. Dass ausgerechnet die Bande der Scheinarmee des Westens (BSW) die absolute Mehrheit im Landtag verhinderte, sieht nur im ersten Moment wie ein Hoffnungsschimmer aus. Es wird wohl eher ein Bündnis der Steigelbügelhalter der Wahnsinnigen werden.
Aber, ach, wir müssen nach vorne blicken. Hilft ja nichts.
Das Tochterkind war auf einen Kindergeburtstag auf einem Reiterhof eingeladen und wie der Zufall es wollte, lag der nur zwei Häuser neben der Wohnung von Freunden. Wir luden uns deshalb selbst ein und verbrachten einen lustigen Nachmittag bei Kuchen und Grill, während Klein-Lea voltigierte und andere Dinge mit dem Pferd anstellte.
Am Abend waren wir alle angenehm platt. Manche von uns mussten allerdings noch Geschenke einpacken.
Vielleicht speist sich meine Hoffnung ja daraus, dass ich zwei Kinder habe, denen ich eine gute Zukunft wünsche. Wahrscheinlich ist meine Generation lost, wenn ich so sehe, welche Altersgruppen die Blaubraunen hauptsächlich gewählt haben. Vielleicht ist die Generation danach auch nicht mehr zu retten, weil sie zu lange mit den Algorithmen allein gelassen wurde. Es bleibt die Hoffnung, dass die Generation meiner Kinder es besser hinbekommt.