260911 – Ein Vierteljahrhundert

Es ist schon wild, dass 9/11 heute ein Vierteljahrhundert her ist. Es ist eines dieser Ereignisse, bei denen ich noch genau weiß, was ich ab 16 Uhr gemacht habe. Nämlich: ferngesehen. Das Internet war mehr oder weniger unbrauchbar an diesem Tag, die wenigen Nachrichtenseiten waren unter dem Ansturm an Nutzenden zusammengebrochen.

Ich schrieb 2006 zum Fünfjährigen schon einmal auf, wie ich diesen Tag erlebt habe:

Vor fünf Jahren war ich krank, lag auf dem Sofa und schlief gerade ein. Um 16 Uhr kam Star Trek NG, das wir jeden Tag aufnahmen, deshalb sprang der Videorecorder an. Ich registrierte das im Halbschlaf und wachte wieder auf, als er sich wenige Minuten später – VPS sei Dank – wieder ausschaltete. Ich wollte nur sehen, warum dieser blöde Videorecorder wieder ausgegangen war und schaltete Sat.1 ein. Ich sah einen brennenden Turm des World Trade Centers. Ein Sportflugzeug sei hineingerast, hieß es zu diesem Zeitpunkt noch. Kurze Zeit später – das zweite Flugzeug war »gelandet« – war klar, dass das kein Unfall war.

Ich war die nächsten mindestens acht Stunden nicht mehr vom Fernseher wegzubekommen, saugte jede neue Nachricht in mich auf, versuchte nebenbei, auf den völlig überlasteten Nachrichtenseiten im Internet Informationen zu bekommen. Nur kurz verließ ich die Wohnung, um [meine damalige Partnerin] abzuholen. Auf der Fahrt starrte ich immer wieder nach oben, in den Himmel, und sagte zu mir: »Dieser Tag wird die Welt verändern.«