Here we go again. Ich wollte ja gerne ein bisschen regelmäßiger Tagebuch führen, aber in den letzten Tagen war dann doch zu viel los. Vielleicht lasen Sie in der Presse davon. Jedenfalls ist es jetzt offiziell, was ich vor einiger Zeit hier rumorte, und ich bin froh, jetzt offen darüber reden zu können, dass ich ab Januar auf eigene Faust unterwegs sein werde. Was gleichzeitig bedeutet, dass ich nun neben meiner bisherigen Tätigkeit auch schon die neue vorbereiten muss. Eine neue Gründung ist wie die Ankunft des zweiten Kindes: Man hat schon ganz vergessen, wie das alles ging. Man braucht so profane Dinge wie ein Briefpapier, aber auch eine Steuernummer, eine Buchhaltung, ein Geschäftskonto und vieles mehr. Aber gut, das habe ich mir ja so ausgesucht.
Stell dir vor, dein Wecker klingelt um Punkt sechs Uhr. Du schleppst dich mit dem ganzen Automatismus, den du dir in knapp einem halben Jahrhundert angeeignet hast, langsam in Richtung Badezimmer und hörst plötzlich Stimmen. Du lauschst. Das sind Kinderstimmen. Kann nicht sein! Aber sicherheitshalber gehst du der Quelle einmal nach und findest die beiden Kinder im Zimmer der Tochter vor, wo sie einträchtig nebeneinander sitzen und gemeinsam ein Puzzle legen. Meine Langschläfergene sind wohl nicht dominant.
Ich habe meine kleine Mastodon-Instanz mit KI-Hilfe in einen Docker-Container umgezogen. Das war deutlich schwerer als angenommen, auch, weil noch Dinge repariert werden mussten. Aber nun schnurrt es wie das sprichwörtliche Kätzchen und ich habe gute Laune, weil ich das Thema so lange vor mir hergeschoben hatte und es nun erledigt ist.
Bärbel Bas von der SPD tritt als Arbeitsministerin und Co-Parteivorsitzende zurück. Und das nicht, ohne noch einmal klarzustellen, dass die Koalitionspartner aus der CDU es nicht lassen konnten, sie in der Phase eines privaten Verlusts halb-öffentlich anzugehen. Es war ein so offenes Geheimnis, dass man mit ihr unzufrieden war, weil sie es wagte, zu trauern statt zu arbeiten, dass sogar ich es wusste. Trotzdem erblödet sich der Kanzler nicht, den Ahnungslosen zu spielen und mit den Schultern zu zucken. Und dann wundern sie sich wieder, warum sich die Bevölkerung von diesen einstigen Volksparteien abwendet.
Wieder ein Jahr älter geworden und es ist wirklich so: Es interessiert mich jedes Mal weniger. Aber wenn der Geburtstag auf einen Samstag fällt, kann man ja ein paar Freunde einladen und mit ihnen eine Runde durch die Dernauer Weinberge drehen, dachte ich. Immerhin ist Weinherbst und wir sind da sowieso jedes Jahr.
Der Wetterbericht in den Tagen davor versprach eine gute Gelegenheit, Regenkleidung in der Praxis zu testen. Aber ich wusste es schon vorher: Es wird schön sein. An meinem Geburtstag ist immer gutes Wetter; jedenfalls da, wo ich mich aufhalte. Bis auf das eine Jahr, als ich ein Kind war und ein Fahrrad geschenkt bekam, da kam erst nachmittags die Sonne raus.
Wir waren also bei bestem Herbstwetter unterwegs und mit uns gefühlt Zehntausende andere. Es war wirklich zu voll. Trotzdem hatten wir eine gute Zeit und ich das Gefühl, den Tag vernünftig genutzt zu haben.
(Ich habe mit KI eine Person im Hintergrund entfernt. Die restliche Bildqualität wurde am Handy der Fotografin verursacht.)
Abends sah ich mir noch die zweite Hälfte vom Zweitliga-Topspiel Bester Club der Welt gegen VW-Werksteam an. Es stand 0:2, als ich einschaltete. Das Spiel ging 4:4 aus. Drei Tore fielen in der Nachspielzeit. Mein Herz!
Ansonsten viel geredet, telefoniert (!) und nebenbei auch Alltagsarbeit erledigt. Es ist viel zu tun und wir haben uns die Arbeit nicht weniger gemacht.
Die private Eskalation in der Schwiegerfamilie ist zwar weiterhin da, aber nach dem ersten Schock werden jetzt Möglichkeiten eruiert. Ich persönlich bin eher dahingehend betroffen, dass ich bald erst einmal einige Tage alleinerziehend sein werde. Was mir angesichts der Gesamtlage mehr als vertretbar erscheint.
In Sachsen-Anhalt ist nun ein Rechtsextremist Landtagspräsident, sehr wahrscheinlich gewählt mit Stimmen der CDU. Irgendwo in Social Media las ich, dass sich die CDU damit aus dem demokratischen Spektrum verabschiedet habe. Das ist natürlich sehr spitz formuliert, aber mal ehrlich: WAS ZUR HÖLLE DENKEN SICH DIE LEUTE DA? Meinen die ernsthaft, die AfD könne durch Posten gezähmt werden? Haben die immer noch nicht verstanden, was das für eine Partei ist? Dass das erste Ziel aller Bemühungen ist, die CDU zu zerstören? Oder sogar noch schlimmer: Haben da einzelne Abgeordnete etwa persönliche Scharmützel mit ihrem per Kampfabstimmung gewählten Fraktionschef und noch amtierenden Ministerpräsidenten ausgelebt? Ich verstehe diese Leute nicht. Ich verstehe auch das BSW nicht, die sich wenigstens öffentlich bekennen, Steigbügelhalter der Faschisten zu sein.
Der Monatswechsel war speziell, ich deutete es bereits an. Die Ereignisse werden mich auch noch lange beschäftigen. Hinzu kommen Herausforderungen im Privatbereich. Umso besser war, dass wir ein gänzlich freies Wochenende hatten, ohne große To-dos, ohne Termine, ohne Verpflichtungen. Wir hatten einfach nur eine gute Zeit, waren mit den Kindern auf Spielplätzen, spielten Brettspiele und machten uns Gedanken, wie wir nächstes Jahr Urlaub verbringen wollen (allerdings ohne Ergebnis).
Medienkonsum September 2026
Eine buchhalterische Aufgabe steht noch aus. Die Medienkonsumliste. Es war ein einseitiger Medienmonat.
Silo
S01E06 ★★★★☆
S01E07 ★★★★☆
S01E08 ★★★★☆
S01E09 ★★★★☆
S01E10 ★★★★★
S02E01 ★★★★☆
S02E02 ★★★☆☆
S02E03 ★★★★☆
S02E04 ★★★★☆
S02E05 ★★★☆☆
S02E06 ★★★☆☆
S02E07 ★★★☆☆
S02E08 ★★★☆☆
S02E09 ★★★★☆
Eine spannende Serie, auch wenn sie – wie das heutzutage üblich ist – in der Staffelmitte jeweils ein paar Hänger hat. Mit der Staffel 3 werden wir aber wohl warten, bis auch die dazugehörige Staffel 4 erschienen ist.
Ein besonderes Quartalsende. Ich werde sicher bald noch mehr erzählen. Es wurden Entscheidungen getroffen. Eine große und daraus folgend viele weitere. Alles sehr aufregend.
Hier noch eine Quartalsente: 🦆
Für einen Kunden mit einer speziellen Anforderung habe ich ausprobiert, wie man mit einem Aufzeichnungsgerät, das KI-Anschluss hat, ein Gespräch bzw. eine Gesprächsrunde protokollieren, transkribieren und zusammenfassen lassen kann. Das Ganze wird dann in eine weitere KI gekippt, die daraus einen Podcast generiert. Was ein Spaß, es funktioniert tatsächlich so nahtlos wie erhofft und mit einem stimmigen Ergebnis. Und gleichzeitig mussten dafür wieder Bäume sterben, sind Protokollant:innen und Sprecher:innen arbeitslos geworden. Yin, Yang.
Es stehen Entscheidungen an, das Quartal endet. Ich habe metaphorische Kopfschmerzen, weil Entscheidungen in meinem Kontext nie nur mich selbst betreffen, sondern immer auch andere Personen. Und gleichzeitig bin ich von anderen und ihren Entscheidungen abhängig. Aber so lange noch Entscheidungen getroffen werden, geht es wenigstens vorwärts. (Hier Erich Honecker einblenden: „Vorwärts immer! Rückwärts nimmer!“)
Ansonsten habe ich mit dem Tochterkind eine Packung Kaugummis gekauft.
Letzte Woche war einer der arbeitsintensivsten seit langer Zeit. Ich war die komplette Woche nicht im Büro und hatte nur einen Arbeitstag am Rechner, um all das zu erledigen, was ich sonst in einer ganzen Woche erledige. Grund waren Veranstaltungen, die Mitgliederversammlung des Kita-Fördervereins, aber auch die Reparatur meines Kraftfahrzeugs, siehe Beitrag von letzter Woche.
Insbesondere war dann auch unser Barcamp Nachhaltige Zukunft, das dieses Jahr wieder in Bonn, genauer im Haus der Bildung, stattfand. Ich war sehr müde, hatte aber trotzdem eine Menge Spaß, nette Gespräche und gutes Essen. Es war also – wenig überraschend – eine lohnenswerte Veranstaltung.
Am Wochenende gab es dann auch noch die Auftaktveranstaltung des laut eigener Beschreibung größten Lesefestes Deutschlands „Käpt’n Book“. Bevor die Autor:innen Bernhard Hoëcker und Eva von Mühlenfels loslegen konnten, gab es allerdings noch langweilige Reden vom Veranstalter, Oberbürgermeister und irgendwem aus dem NRW-Ministerium. Die anwesenden Kleinkinder waren höchst erfreut und auch die Erwachsenen rutschten unruhig in ihren Sesseln herum. Aber dann legten Hoëcker und von Mühlenfels los, lasen erst aus „Paul bekommt (k)ein Kätzchen“ und dann noch einen Teil aus dem neuesten „Katzenhuhn“. Das kam bei allen sehr gut an. Danach vertrieben wir uns auch noch die Zeit, wenn man schon einmal da ist, an der Bundeskunsthalle, indem wir das Dach besuchten, die Rutsche runterrutschten und uns im Brunnen nassmachen ließen. Abschließend gab es noch einen kurzen Film vom Flunkerfisch; da schliefen die Kinder schon beinahe ein.
Viel zu tun in den letzten Tagen. Ich war bei der Kölner Vertretung des amerikanischen Autobauers, um mir den Schaden, der meines Erachtens auf Kulanz laufen müsste, reparieren zu lassen. Und auch wenn ich in der stundenlangen Wartezeit Dinge per Telefon und remote regeln konnte, war es doch ein Tag mit eingeschränktem Arbeitsvolumen und einigem Leerlauf. Alleine die An- und Rückfahrt verschlang schon anderthalb Stunden – dabei bin ich noch gut durchgekommen.
Die letzten zwei Tage waren wir als Medienproduzierende auf einer Veranstaltung unterwegs. Ich war der Fotograf und hatte sowohl Spaß an dieser Arbeit, als auch schmerzende Füße. Highlight war sicherlich die Schifffahrt am Abend des ersten Tages. Also erst einmal, dass sie überhaupt stattfinden konnte, trotz historischem Tiefstand des Rheins. Und andererseits ist so eine Fahrt in der Dunkelheit auch nicht mehr so spannend; wahrscheinlich wäre es den meisten gar nicht aufgefallen, wenn wir am Liegeplatz verblieben wären. Aber soll mir egal sein, ich musste eh arbeiten.
Die verrückten Tage dauern noch ein klein wenig an, dann ist zum Glück wieder mehr Normalleben.
Es stand noch eine Geburtstagsfeier an. Der Kleine ist vor gut drei Wochen auch schon vier Jahre alt geworden. Da konnten wir ihm die Party nicht mehr verwehren, zumal er sie sich sogar explizit gewünscht hatte. Da fielen also vier Kinder in unseren Haushalt ein – zwei Jungen, zwei Mädchen – und etwas überraschend fünf Erwachsene. Die Mädels fanden dann Klein-Tylers große Schwester interessanter, die Jungs spielten mit den Fahrzeugen, es war schon sehr Klischee. Und an sich sehr nett mit allen. Meine immer wiederkehrende Angst bei diesen Gelegenheiten, die Kinder könnten sich langweilen, wurde einmal mehr widerlegt. Die interessierten sich kaum für unser Rahmenprogramm, sondern wollten einfach nur spielen.
Die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sind jetzt auch durch. Die CDU fliegt aus dem Landtag in MV, die AfD wird knapp vor der SPD stärkste Kraft. In Berlin gewinnen die Linken klar die Wahl. Verrückte Zeiten. Ich nehme mit: Man kann die AfD auf Kosten anderer Parteien der Mitte von der Regierung fernhalten, aber man kann sie nicht kleiner machen. Erst recht nicht, wenn man ihre Narrative nachplappert, ihre Worte übernimmt und versucht, die von ihr gesetzten Themen zu besetzen. Und es klappt eher, wenn man starke Kandidat:innen aufstellt und nicht einfach die nächste Person auf der Liste als Spitzenkandidat:in nimmt.